Der Wettbewerb zum Grünzug Nord-Ost und zur BUGA ist fast entschieden

Ende April tagte die Jury und bewertete die 9 eingereichten Entwürfe. Am Ende wurden zwei erste Preise für die Freiraumplanung vergeben, ein erster Preis für die städtebauliche Planung, sowie zwei dritte Preise.

Die beiden Siegerentwürfe werden nun noch konkretisiert und Ende des Sommers soll dann der Sieger endgültig feststehen, nach dessen Plänen dann die BUGA Planungen aufgenommen werden. Zu den kompletten Plänen des Grünzugwettbewerbs und den Siegerentwürfen 1002 und 1021 kommen Sie                hier

Beide Entwürfe sind aus ökologischer, klimatischer, ökonomischer Sicht höchst problematisch. Mit den Ergebnissen der bürgerschaftlichen Planungsgruppen haben sie nur noch wenig Übereinstimmung, sie werfen viele, offene Fragen auf.

Hier sind unsere zentralen Kritikpunkte:

  1. Das Hochgestade wird in beiden Entwürfen stark verändert, die steile Kante wird abgeflacht und verbreitert, um die barrierefrei Wegeverbindungen zu verwirklichen. Der obere Bereich, die ehemalige Straße, wird um 2-3 m erhöht, um einen markanten Landschaftspunkt zu erhalten. Entwurf 1021 schneidet das Hochgestade zu Gunsten einer Liegewiese stark an. Diese Eingriffe sind mit der LSG Verordnung nicht vereinbar.
  2. In der Feudenheimer Au ist ein 3,3 Hektar großer Grundwassersee bzw. ein 6,7 Hektar großer, abgedichteter Badesee geplant. Diese Planung ist ein großer Eingriff in das Schutzgut Boden, sie ist weder mit der LSG Verordnung vereinbar, noch mit dem Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG). Aus §15 Abs.1 und 2 BNatSchG  ergibt die Verpflichtung, vermeidbare Eingriffe in Natur- und Landschft zu unterlassen. 
  3. Die Kleingartenanlage an der Feudenheimer Straße, seit über 100 Jahren hier angesiedelt, soll in unterschiedlichem Ausmaß zurüchgebaut und verlegt werden, um den Grünzug zur Feudenheimer Straße hin zu öffnen. Es gibt für uns keinen vernünfigen Grund, intakte Kleingartenanlagen zur Verwirklichung der BUGA zu zerstören.
  4. Die ungeklärte Zukunft der Straße am Aubuckel ist für beide Entwürfe ein Problem. Ein Erhalt der Straße ist mit beiden nicht zu machen. Die Riedbahnparallele Lösung kollidiert im Entwurf 1002 mit einer neuen Radbrücke über die Feudenheimer Straße.
  5. Die U-Halle wird in unterschiedlicher Ausbildung erhalten, die Bebauung im Norden ist kompakt und dicht. Die Frischluftschneise wird zu stark verengt. Auch der See in der Au und der Erhalt einer großen Betonfläche im Entwurf 1021 verschlechtern die klimatischen Kaltluftströme.
  6. Die drei Gärtnereien, Familienbetriebe nördlich der Schleuse die dort leben und arbeiten, sollen verlegt werden. Das verursacht unnötige Kosten und belastet die Betriebe.

Der BUND Mannheim lehnt diese Pläne ab. Wir haben von Anfang an vorgeschlagen, das Spinelli Gelände naturnah zu gestalten, zur Naherholung und Naturerfahrung, zum Entspannen oder Spielen, für Sport und Bewegung und Begegnung. Das ist alles auch ohne BUGA möglich und es zeigt sich an den nun konkreter werdenden Planungen, es wird ohne BUGA auch billiger. Denn ein Großteil der Umgestaltungen und damit auch der Kosten sind in der Feudenheimer Au verortet, sie werden für die Verlegung der Straße, der Vereine und Betriebe benötigt.Das alles sind Kosten, die erst durch die BUGA nötig wurden und die eventuell fließende Zuschüsse aus Stuttgart weit übersteigen.

Die BUGA 2023 ist ökonomisch und ökologisch nicht darstellbar.

11. Mai 2014

Die U-Halle - Highlight der Militärarchitektur in Mannheim

Nun soll Sie doch erhalten bleiben!
Die U-Halle,  größte Halle Mannheims, rund 350 m lang und 20.000m² umfassend soll nach Beschluss des Hauptausschusses für Kunst und Sport erhalten bleiben. Obwohl das Bauwerk im Grünzug Nordost liegt, die Frischluftzufuhr behindert und nach Einschätzung des Klimagutachtens abgerissen werden sollte, will sich der Gemeindrat am 13.5.2014 für deren Erhalt aussprechen.

11. Mai 2014

Die BUGA Gmbh ist gegründet

Der Vertrag zwischen der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft (DBG) und der Stadt Mannheim zur Durchführung der BUGA 2023 wurde Anfang April 2014 unterzeichent.

OB Kurz freut sich: "Mit der Vertragsunterzeichnung schaffen wir aber auch eine verbindliche Grundlage für die Entwicklung des Mannheimer Grünzugs Nordost. Denn mit der Durchführung der BUGA 2023 haben wir festgelegt, den unteren Teil des Grünzugs vom Luisenpark bis zu den Vogelstangseen zu entwickeln. Die Vorbereitungen zu einem Wettbewerb laufen bereits, die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung fließen dabei ein“

Der BUND hofft, dass die Eckpunkte der Planungsgruppen in den Wettbewerb einfließen.

22. Dezember 2013

Trennung von Werbung und Redaktion - MM verletzt Pressekodex bei BUGA Werbung

Redaktionelle Beiträge und bezahlte Veröffentlichungen zu Werbezwecken müssen in der Presse deutlich gekenzeichnet und unterscheidbar sein. Dieses hat der Mannheimer Morgen bei der am 14.9.2013 erschienenen, 4-seitigen Anzeigestrecke unterlassen, die unter der Überschrift "BUGA 23 - Mannheim verbindet" erschien. Beauftragt wurde die Sonderveröffentlichung von der Stadtmarketing GmbH, die damit für die Bundesgartenschau 2023 vor dem Bürgerentscheid am 22.9.2013 warb.

Nun hat der Deutsche Presserat seine Missbilligung zu der Sonderveröffentlichung ausgesprochen, da hier die Werbung als solche nicht erkennbar war und dieses aber im Hinblick auf den bevorstehenden Bürgerentscheid besonders notwendig gewesen wäre.

In Anbetracht des knappen Ausgangs des Bürgerentscheids stellt sich auch hier die Frage, wie wäre das Ergebnis bei korrekter Veröffentlichung ausgefallen?

19. Dezember 2013

Hinter den Kulissen der BUGA - Gartenschaugesellschaft schickt Unterlassungsaufforderung an BUND

Der Bürgerentscheid ist gelaufen, die Planungsgruppen arbeiten und im kommenden Jahr steht die Gründung einer Durchführungsgesellschaft zur BUGA 2023 an.

Damit sich die interessierte Öffentlichkeit über Hintergründe und Rahmenbedingungen informieren kann, hatte der BUND Mannheim auf seiner Internetseite die „Richtlinien für die Bewerbung zur Durchführung einer Bundesgartenschau oder Internationalen Gartenschau“ der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) in Bonn veröffentlicht. Diese Richtlinien geben die Qualitätsstandards der DBG für den Planungs- und Organisationsrahmen einer BUGA vor. Hier finden sich neben Angaben zu den gärtnerischen Ausstellungen, Wettbewerben und Schaupflanzungen auch Vorgaben zur Vertragsgestaltung der Durchführungsgesellschaft, die von DBG und der ausführenden Stadt zu gründen ist.

Mit der Ausgestaltung dieses Gesellschaftsvertrags zwischen der Stadt Mannheim und der DBG werden weitreichende Fakten für die weiteren Schritte auf dem Weg zur BUGA 2023 geschaffen. Es geht darum, wie Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Beirat besetzt werden, welche Kompetenzen diese haben, wer über die weiteren Wettbewerbe entscheidet und wer welches finanzielle Risiko trägt.

Prompt reagierte nun die DBG auf diese Veröffentlichung und hat mit Schreiben vom 17.12.2013 unter Hinweis auf ihr Urheberrecht dem BUND Mannheim untersagt, diese Richtlinien weiter öffentlich zugänglich zu machen.

Sieht so die von allen Seiten zugesagte Transparenz im weiteren Planungsverfahren aus?

Die DBG richtet mit einer BUGA die Leistungsschauen der deutschen Gartenbauverbände aus und profitiert so unmittelbar von den öffentlichen Ausgaben, die im Rahmen einer BUGA getätigt werden. Nach Recherchen des BUND haben in der Vergangenheit alleine die austragenden Städte das finanzielle Risiko getragen. In Zeiten knapper Kassen kann die DBG mit der Geheimhaltung ihrer Richtlinien die kritischen und zweifelnden Menschen nicht überzeugen.

Der Geschäftsführer der DBG, Jochen Sandner, war letzte Woche zu Besuch in Mannheim und hat mit zahlreichen kunstvoll in Szene gesetzten Parkvisionen für die Bundesgartenschau geworben. Doch um die Bedenken vieler Mannheimer hinsichtlich der ökonomischen und ökologischen Folgen dieses Großprojekts auszuräumen, bedarf es mehr als bunter Bilder. Transparenz bei sämtlichen Planungsschritten als vertrauensbildende Maßnahme ist von grundlegender Bedeutung.

Die von der Stadt Mannheim eingeleitete Bürgerbeteiligung kann nur erfolgreich sein, wenn sie auch von der DBG mitgetragen wird; eine glaubwürdige Bürgerbeteiligung ist ohne transparente Entscheidungsstrukturen nicht zu realisieren. Das jetzt gezeigte Verhalten der DBG ist jedenfalls nicht geeignet, das Vertrauen der Öffentlichkeit in einen transparenten Beteiligungsprozess zu stärken.

29. Oktober 2013

Verspätete Veröffentlichung

Die erste Voruntersuchung zur Verlegung der Straße am Aubuckel liegt der Stadtverwaltung bereits seit Juni vor, wurde aber erst nach dem Bürgerentscheid öffentlich, indem es den seit Mitte Oktober tagenden Planungsgruppen unkommentiert auf CD vorgelegt wurde.

hier können Sie das Vorgutachten mit den untersuchten Varianten einsehen

http://www.xebra.de/buga/BUGA_Verkehrsuntersuchung.pdf

Eine vertiefendes Gutachten wird nun vom Planungsbüro VON MÖRNER bearbeitet und soll frühestens im Frühjahr 2014 vorgelegt werden.

siehe auch unsere Pressemitteilung vom 21.10.2013

13. September 2013

Menschenkette in der Au!

Freitag, 13. September 2013

Dem Aufruf zur Bildung einer Menschenkette um das BUGA Gelände in der Feudenheimer Au sind viele Mannheimer gefolgt.

Zusammen mit der Bürgerinitiative 'Keine BUGA 2023' haben wir diese Veranstaltung organisiert, um vor dem Bürgerentscheid in der Au ein Zeichen für deren Erhalt zu setzen.

 

Die betroffenen Landwirte kamen mit Traktoren,präsentierten ihre Feldfrüchte, die in der Au geerntet werden und brachten ihre Einschätzung zu den BUGA Pläne deutlich zum Ausdruck.

 

Für das leibliche Wohl sorgte dieser Mannheimer mit seiner Familie, er verteilte kostenlos selbstgebackene Kuchen.

 

Rund 800 Mannheimerinnen und Mannheimer umzingelten das Gelände.

 

und waren sich bei der Abschlusskundgebung einig, dass die Au in ihrem derzeitigen Zustand erhaltenswert ist.

6. August 2013

Bürgerentscheid zur BUGA am 22.9.2013

Der Gemeinderat hat am 18.6.2013 entschieden, über einen Bürgerentscheid die Mannheimer Bevölkerung über die geplante Bundesgartenschau abstimmen zu lassen.

Die Frage lautet:

Soll Mannheim zur nachhaltigen Entwicklung eines Grünzugs Nord-Ost im Jahr 2023 eine Bundesgartenschau durchführen,

  • die überwiegend auf dem Gelände der ehemaligen Spinelllí Kaserne und

  • unter Einbeziehung einer maximal 16 Hektar großen Teilfläche der Feudenheimer Au, unter Beibehaltung ihres Status als Landschaftsschutzgebiet  stattfindet?

                                             

Die Einbeziehung der Au in die geplante Bundesgartenschau ist für den BUND nicht zu rechtfertigen. Die beschriebenen Eingriffe in das Landschaftschutzgebiet sind nicht mit dessen Schutzzweck vereinbar.

Der BUND Mannheim empfiehlt deshalb, beim Bürgerentscheid mit NEIN zu stimmen!

 

 

29. Juni 2013

Infoveranstaltung zur BUGA 2023

  Am Dienstag, 25.6.2013 fand im Stadthaus die Informationsverantaltung zur BUGA 2023 statt, die ursprünglich als Einstieg in die bürgerschaftlichen Planungsgruppen gedacht war, nun eher als Vorbereitung zum Bürgerentscheid zu verstehen ist.

Die Erwartungen waren groß, sollten doch erstmals etwas konkretere Vorstellungen zu den BUGA Plänen vorgestellt werden. Man erfuhr, dass der See in der Feudenheimer Au naturhaft bis sehr naturhaft ausgebaut werden soll und dass der Schutzstatus des Landschaftsschutzgebietes erhalten bleiben soll.

Die Ausführungen zum Spinelli Gelände selbst waren ernüchternd. Hier wurden wieder die verschiedenen Varianten zur Problematik der Straße am Aubuckel erläutert: die Troglösung,  die Verlegung an die östliche Riedbahn sowie über die Dudenstraße. Die Möglichkeiten einer Wohnbebauung im Süden Käfertals wurden ausgeführt.

Im östlichen Bereich des Spinelli Geländes, das nicht im eigentlichen BUGA Gelände liegt, ist eine sportliche Nutzung angedacht, von interkulturellen bis neuen Trendsportarten, ist alles möglich. 

Aber - was war der Anlass für die BUGA Debatte? Die Entwicklung des Grünzugs Nord-Ost! In seiner Einführungsrede hat OB Kurz hervorgehoben, wie wichtig ein erlebbarer Grünzug für Mannheim und dessen Wohnqualität ist. Und trotzdem wurde dem interessierten Bürger kein Entwurf, keine Ideen oder erste Ansätze für eine mögliche Begrünung vorgestellt.

Einen Bericht und Kommentar zur Veranstaltung des Mannheimer Morgens finden Sie unter:

http://www.morgenweb.de/mannheim/mannheim-stadt/mannheim-wirbt-als-buga-stadt-1.1092972

Wie geht es weiter?

Dienstag, 16. April 2013, 19 Uhr

2. Bürgertreffen zur weiteren Begleitung der BUGA Pläne.  Welche weiteren Schritte sind möglich, um die Feudenheimer Au vor den geplanten, massiven Eingriffen zu schützen.

Umweltzentrum Mannheim, Käfertalerstr.162 Gebäude A, 68167 Mannheim

Haltestelle Bibienastraße, Linie 2 und 7

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Der Gemeinderat hat im Eiltempo die Bewerbung zur Ausrichtung der BUGA 2023 beschlossen.

Grundlegende Gutachten, wie die zur Verkehrsführung und der klimatischen Auswirkung auf die Frischluftschneise, sollen erst dieses Jahr beauftragt werden, obwohl erst nach diesen Gutachten eine seriöse Finanzplanung möglich ist.

Zur Auswirkung der geplanten Baumaßnahmen auf das Landschaftsschutzgebiet 'Feudenheimer Au', wie:

  • Entfernung von Wiesen, Kopfweiden und Feldgehölzen zur Anlage eines 4,8ha großen Gewässers
  • Entfernung alter Bäumen und Gehölze für den Panoramapark
  • Errichtung von Großgastronomie und weiterer Gebäude
  • Infrastruktur: Wasser, Abwasser und Strom
  • Wegebau und Zäune

ist kein ökologischen Gutachten vorgesehen, hier begnügt man sich mit dem Prinzip Hoffnung: das LSG bleibt erhalten.

 Wir fordern von der Stadtverwaltung Mannheim:

  1. Beauftragung eines ökologischen Gutachtens zu den Auswirkungen der BUGA auf das LSG Feudenheimer Au
  2. Naturschutzgebiet 'Maulbeerinsel' und die Brücke über den Neckar werden komplett aus den Plänen herausgenommen.
  3. Erstellung eines transparenten und realistischen FinanzierungsplanS
  4. Auswertung der beauftragten Gutachten vor Abschluss eines Vertrags mit der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft (DBG).

Wenn Sie uns bei unseren Bemühungen unterstützen möchten, laden wir Sie herzlich ein zum

 1. Bürgertreffen 

Dienstag, 19.März 2013 um 19 Uhr im BUND Umweltzentrum

Käfertalerstr. 162 Gebäude A, 68167 Mannheim

 

 



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